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Ausgabe 174 (Nov./Dez.2010)
Vorsicht Falle!!!
30.000.000.000
(In Worten 30 Milliarden)
Schaden für die Volkswirtschaft…
Jeden Tag haben wir mit Menschen zu tun, die Schulden haben und die in die Fänge von gewissen „Banken“, nein, sagen wir lieber „Unternehmen“ geraten sind, die sich in diesem Land „Bank“ nennen dürfen.
Jeden Tag haben wir es mit dem Schicksal von Familien zu tun, die durch die perfiden Methoden dieser „Unternehmen“ in eine Schuldenfalle geraten sind, aus der Sie alleine fast nicht mehr herauskommen können.
Jeden Tag haben wir mit Menschen zu tun, wie M.K. aus NRW. Nehmen wir mal an M.K. steht für Muster Kunde und schauen uns seine Geschichte in den letzten Jahren mal an. M.K. ist ledig und ein aufstrebender junger Mann, der in seinem Beruf sehr gute Arbeit leistet.
Er verdient ordentliches Geld und kommt soweit ganz gut klar, aber auch er hat den einen oder anderen Wunsch, den er sich erfüllen möchte.
Flachbild-TV, neuen PC, Urlaub , neue Einrichtung… die Frage ist, was zuerst und was kann warten? Naja, die beim „Jupiter dem Technikkaufhaus“ bieten ihre Geräte mit einem supergünstigen zinslosen Darlehen an, so dass man alles kaufen und es dann bequem abbezahlen kann.
Bei dem guten Einkommen kein Problem! Oder doch…?!
Die bei „Jupiter“ arbeiten eng zusammen mit den Jungs der „Targobank“ und der „Santander Bank“, immer wieder werden Angebote so gepuscht, dass den „Banken“ neue Kundenadressen mit allen relevanten Daten zufließen. Dafür macht man mit „Jupiter“ den Deal, dass man keine Zinsen nimmt, denn es geht nicht um Zinsen , nicht hier und jetzt, es geht um neue Kunden, die man in die Schuldenfalle locken will!
Wenn man die Daten erstmal hat, ist es ein Leichtes mit weiteren tollen Angeboten zu locken, bis der neue Kunde (oder soll man hier schon sagen, das neue Opfer) weich wird.. - Kostenloses Girokonto…
Direkt mit Dispo - Kreditkarte… kaufen Sie heute und zahlen Sie morgen -Ach übrigens, wenn Sie weitere Wünsche haben, wir haben hier Geld liegen, ohne Ende, Sie brauchen es nur abholen kommen. Kein Problem!
Herr M.K. war jetzt drin in dieser Maschinerie, die wir Schuldenfalle nennen. Alle 12 bis 23 Monate wurde er bei seiner lieben „Bank“ vorstellig und freute sich, wenn die „Bänker“ Verständnis hatten und ihm sein Darlehen „aufstockten“. Man spricht dann gerne und schön verschleiert davon das Darlehen aufzustocken… alleine das ist eine Farce!
Diese „Banken“ stocken keine Darlehn auf… NIEMALS!
Nein, es wird immer das alte Darlehen abgelöst und ein neues höheres gemacht… und mit jedem Darlehen steigen die Kosten, die Zinsen und die zusätzlichen „Extras“ und mit jedem Darlehen wird eine neue und komplett unverschämte Bearbeitungsgebühr fällig! Diese muß zwar in den Effektivzins eingerechnet werden, aber die verteilt sich wunderschön auf 60 bis 84 Monate… die Darlehen halten jedoch nur durchschnittlich 15 Monate, dann werden sie wieder “aufgestockt“… und für das neue Darlehen gibt es eine neue Bearbeitungsgebühr! Und was gibt es noch?
Eine wunderschöne nutzlose und komplett überteuerte Restschuldversicherung,
da muss der Kunde doch Verständnis für haben, dass die „Bank“ sich auch absichern muss, oder?! Und wie bezahlt man diese Restschuldver-sicherung?, na klar direkt am Anfang in einer Summe, „das finanzieren wir mit…“, sagt der „Bänker“, kann er ja auch gut machen, denn die dafür fällige Bearbeitungsgebühr und die anteiligen Zinsen zahlt doch der liebe Kunde!
So macht man Geschäfte und so wird richtig Geld verdient…
Man treibt die Darlehen künstlich immer wieder nach oben, berechnet immer und für alles Kosten und Gebühren und reizen den Kunden komplett aus. Denn der kann dann nicht mehr weg, weil keine andere „Bank“ ihn mehr nimmt… der bleibt der Zahlsklave seiner „Bank“ und zwar solange bis er in Rente geht oder in die Insolvenz!
Dagegen ist die „Bank“ sicherlich auch versichert… ein Spiel ohne Risiko… Jedenfalls für die liebe „Bank“. Sehen Sie die Spirale nicht bildlich vor sich, die sich hier für jeden Kunden auftut? Mit jedem Kredit ist er mehr verschuldet, mit jedem Kredit zahlt er höhere Raten für Geld was er schon lange nicht mehr selber bekommen hat, denn er finanziert bis auf kleine Almosen, die man ihm noch ausbezahlt, nur noch die Zusatzverträge, die Bearbeitungskosten und die Zinsen, die die „Bank“ kassiert!
Schauen wir mal bei Herrn M.K. rein, wie ist es ihm ergangen, nachdem er bei „Jupiter“ seine wundervolle neue „Bank“ kennenlernen musste.
Auch er hat mehrfach sein Darlehen „aufgestockt“ und hat auch immer ein bisschen Lockmittel zur freien Verfügung erhalten, meist waren das 3.000 oder 4.000 Euro. Nach einigen Jahren war er 2009 bei 36.100 Euro Nettokredit angekommen.
Das ist an und für sich schon eine wahnsinnige Summe, auch für einen gutverdienenden aufstrebenden jungen Mann! Aber was da in seinem Kreditvertrag bei der Targobank noch alles drinsteht, das zieht einem die Schuhe aus: 10.400 Euro Einmalbeitrag für die Restschuldversicherung! (damit könnte man einen ganzen Wohnblock voll Menschen versichern!)
Auf die daraus resultierende Gesamtantragssumme von 46.500 Euro wird natürlich die dringend notwendige Bearbeitungsgebühr von 3% drauf gerechnet, das macht nochmal 1.395 Euro (ich werde in einem späteren Artikel mal auf diese unsinnige und unverschämte Zusatzgebühr zurück kommen) somit ergibt sich eine Summe von 47.895 Euro und darauf werden jetzt die Zinsen berechnet. Hier war die „Bank“ wirklich entgegenkommend und berechnete „nur“ 21.600Euro plus nochmals 30,00 Euro Kosten (wofür auch immer). Unser Freund M.K. hatte nun einen Gesamtkredit von 69.530Euro am Bein! 6 9. 5 3 0 Euro und 830 Euro Rate, damit ist er für alle anderen Banken in diesem Land finanziell tot!
Er ist für alle Zeiten Sklave der „Targobank“, kann maximal zur „Schwesterbank“ Santander Bank wechseln, aber sonst nimmt ihn keine Bank mehr auf. Alles hatte angefangen mit 3.900 Euro bei „Jupiter“ und die waren zinsfrei… Warum das alles, weil sich die Vorstände und Direktoren immer höhere Gehälter und Bonusse zahlen und weil die Aktionäre immer höhere Gewinne erwarten. Darf das sein? Wir sagen NEIN auf keinen Fall, denn schauen wir uns mal an, was das für unsere Volkswirtschaft bedeutet: Man geht davon aus, dass 80% der Haushalte Konsumdarlehen in Anspruch genommen haben. Das sind also ca. 11,6 Millionen Konsumdarlehen.
Davon dürfte mindestens die Hälfte mit zu hohen Kosten, überteuerten Zinsen und diesen eigentlich verbotenen Kopplungsgeschäften belastet sein. Denn leider sind auch die Deustche Bank und die Volksbanken sowie viele kleinere Bankhäuser dazu übergegangen mit solchen Produkten ihre Gewinne zu maximieren.
Wir haben also ca. 6 Millionen Darlehensverträge bei denen solche Zusatzkosten erhoben wurden. Wir haben festgestellt, dass es natürlich eine Bandbreite gibt. Diese erstreckt sich von 500,00 Euro bis 20.000,00 Euro. Hinzu kommen ja die Zinsen, die man in den letzten Jahren gespart hätte, wenn es diese Kopplungsgeschäfte nicht gegeben hätte. Wir kommen daher im Schnitt auf ca. 5.000 Euro, die wir den geschädigten Kunden zurückholen können. Wenn Sie diese Zahlen mal zusammenrechnen, dann sind das mindestens 30.000.000.000,00 Euro die unserer Volkswirtschaft entzogen wurden! 30 Milliarden Euro mit denen die Bürger da draussen Kleidung, Möbel, Lebensmittel und sonstige Konsumgüter kaufen könnten!
Dies würde sicherlich den Binnenhandel stärken, Arbeitsplätze schaffen und sichern und das Geld wäre doch unstrittig besser verwendet gewesen, als in den Bonuszahlungen und überzogenen Gehältern der Bankvorstände!
Wir werden sicher nicht allen helfen können, aber für jeden Einzelnen lohnt es sich zu kämpfen und das tun wir jeden Tag mit wachsender Begeisterung. Wir bieten jedem an, kostenfrei seine Darlehensunterlagen prüfen zu lassen, damit wir ihm dann sagen können, was er/sie zurück erhalten wird!
Wir wollen eine bessere Welt und wir wollen Gerechtigkeit für Menschen, die sich nicht länger von irgendwelchen „Bänkern“ übervorteilen lassen wollen.
Stehen Sie auf und fangen an sich zu wehren, gegen diese Art von Raubrittertum und Ausbeutung, wie Sie jeden Tag in diesem Land geschieht!
Sonnige Grüße
Peter Becker
Wir stehen ihnen gern zur Seite und leisten sofort Hilfe.
Tel.: 0212/38361-11
Tel.: 0212/38361-22
Fax: 0212/38361-10
e-mail: info@kreditpolizei.de
Web.: www.schneller-schuldenlos.de
Ausgabe 173 (Okt.- Nov. 2010)
Der schönste Platz für einen
Nicht angenommen aber wahrgenommen
Seit Jahren, wenn ich mein Auto hinter dem Bezirkshaus parke, sehe ich das rote Leuchtband , das auf die nächsten Veranstaltungen in der Mülheimer Stadthalle „hinleuchtet.“
Ich registriere ein Angebot von Märkten und Messen, die mich nicht anziehen. Manchmal kommen Erinnerungen hoch. Die liegen dreißig bis vierzig Jahre zurück. Damals gab es wunderbare Konzerte in der Halle, politische Veranstaltungen, die Halle war der Kulturmittelpunkt unseres Stadtviertels. Dann gab es in den achtziger- bis in die neunziger Jahre den schönen Biergarten hinter der Halle, angrenzend an den Stadtgarten und ein Restaurant. Mein Treffpunkt mit Freunden aus Mülheim.
Wo ist das alles geblieben?
Ein kleines Stückchen Heimat hat sich in Luft aufgelöst. Wie ist es dazu gekommen?? Ich mache einen Termin aus mit einem Mann, von dem mir gesagt wird, er könne mir die nötigen Erklärungen geben.
Am 1.Oktober um 11.00 Uhr habe ich einen Termin in der Mülheimer Stadthalle. Dort werden Stände aufgebaut für die Esotherikmesse. die in regelmäßigen Abständen sich in der Halle einmietet. Ein Blick in die Runde zeigt mir eine Welt, die mir sehr fremd aber angenehm zu beschauen scheint. Doch ich bin mit Marco Jülich verabredet, der Mann, der am Telefon Interesse für die Fragen der Mülheimer Stimmen zeigte. Wir treffen uns in einem kleineren Raum, der für Familienfeiern aber auch Seminare und Diskussionsrunden gestaltet ist. Als erstes erhalte ich die Information – sehr wahrscheinlich bin ich die Letzte, die sich darüber wundert – dass die Mülheimer Stadthalle als „Erbpacht auf dreißig Jahre“ von der Stadt Köln der Familie Jülich überlassen wurde, was bedeutet, Familie Jülich ist Eigentümer. Sie haben ihr Eigentum 1998 angetreten. Auf die Musik-Kultur der Stadthalle in früheren Jahren angesprochen,bekomme ich eine ganz einfache Antwort, die ich mir selbst hätte geben können. Zur Zeit meiner Erinnerung gab es kein E-Werk und auch kein Palladium.Das Konzertmanagement hat sich in die Schanzenstrasse verlagert.Kleinere Konzerte finden aber immer noch im Schatten der großen Konkurrenz statt.
Auch die Parteiversammlungen der in Mülheim beheimateten Parteien, sei es auf kommunaler- oder Kreisebene, finden weiter in der großen Halle oder in kleineren Räumen statt. Um einen maroden insolventen Betrieb 1998 wieder in Gang zu bringen, hat sich das „Unternehmen Jülich“ bei den Unternehmen der Ausstellungs- und Messebörsen in Verbund gesetzt. Diese Börsen bringen das Geld ein, das die Mülheimer Stadthalle bis jetzt und hoffentlich noch lange am Leben erhält.
Aber frage ich, was ist mit dem schönen Biergarten und dem Restaurant??
Ja, schwärmt Marco Jülich. Der schönste Platz für einen Biergarten in ganz Mülheim. Ich erinnere mich, wie aus meinem netten Biergarten plötzlich ein „Palmengarten“ und damit alles ein wenig schräg wurde. Diese Schräge haben damals Vater Jülich mit Sohn übernommen und versucht, alles wieder in`s Lot zu bringen. Aus dem Edelkitsch Palmengarten wurde eine zünftige Lokalität mit Titel „Jan Wellem“ entworfen und vor allem innen umgestaltet. Mit sonntäglichen Jazzveranstaltungen, gut bürgerlicher Küche zu ordentlichen Preisen und viel Werbeaufwand wurde drei Jahre versucht, sich eine Stammkundschaft für den Restaurant-Betrieb und Biergarten aufzubauen. Es wurde nicht angenommen. Drei Jahre schrieb man rote Zahlen, die mit den Gewinnen der Hallenerträge ausgeglichen wurden.
Ja, liebe Mülheimer, wo sind wir geblieben???
Schade. Bei meiner Besichtigung , fand ich es sehr bedauerlich, dass ich mich nicht zwischen einer Schar hungriger Gäste an einen Tisch setzten konnte, um ein leckeres Essen von der Speisekarte des Jan Wellem Restaurants zu bestellen. Heute werden dort die Gäste der laufenden Messen Börsen und Märkte bewirtet. Auf alle Fälle besuche ich demnächst den Esotherikmarkt und werde mich in dem wunderschönen Restaurant-Raum niederlassen. Doch vorläufig, sehe ich im Terminkalender, ist die Stadthalle ganz dem Karneval gewidmet. Aus früher acht Sitzungen wurden in den letzten Jahren 28. Wenn das nichts heißt !!!
Die Stadthalle wurde auf alle Fälle nicht nur wahrgenommen, sondern auch angenommen.
Termine finden Sie unter;
www.stadthalle-koeln.de oder www.muelheimer-freiheit.net Brigitte Milhan
Ausgabe 173 Okt.- Nov. 2010
Familienurlaub im buddhistischen Kloster
-Prädikat: empfehlenswert
Keine Angst, man muss nicht den ganzen Tag meditieren und schweigen, wenn im EIAB (Europäisches Institut für angewandten Buddhismus) die Gemeinschaft der Nonnen und Mönche Thich Nhat Hanhs zum sommerlichen Familienretreat lädt. Und wie sollte das auch gehen, wenn gut ein Drittel der Besucher aus Kindern und Jugendlichen besteht?
Das Institut liegt in Waldbröl inmitten eines riesigen Parks und ist umgeben von Wäldern. Die Kinder können sich austoben, auf Bäume klettern, Mirabellen ernten, Buden in den Büschen bauen und Nachlaufen spielen.
In den jungen Mönchen und Nonnen finden sie Spielpartner für Volley-Fuß- oder Federball. Lichterprozession im Dunkeln mit Singen, Lagerfeuer mit Stockbrot – es gibt viel zu erleben.
Die Kinder haben ein eigenes Programm und die Eltern so die Möglichkeit in Ruhe einen Vortrag zu hören oder morgens und abends die Meditationen zu besuchen.
Die Mönche und Nonnen nehmen sich Zeit für die Familien, gestalten eine Umgebung, in der sich alle wohlfühlen und üben können die guten Samen in sich zu wässern. Die Ordensleute leben es vor und geben viele Anregungen, wie wir als Einzelpersonen und Familien auch zuhause unseren Alltag um Glücksmomente bereichern können. Auch wenn jemand nichts mit Buddhismus am Hut hat, wird er mit diesen Ideen etwas anfangen können.
Das ist es, was das EIAB erreichen möchte: über Religions- und Denktraditionen hinweg Anregungen zu geben, wie es gelingen kann, das Leben zu genießen und Frieden in uns, unseren Familien und der Welt zu schaffen.
Wie intensiv sich jeder auf den Aufenthalt einlässt, welche Angebote er wahrnimmt, kann jeder für sich entscheiden.
Wenn man zum ersten Mal ins EIAB kommt, wirken manche Dinge ungewohnt. Läutet irgendwo eine Glocke um die nächste Aktivität anzukündigen, halten alle eine Moment inne, bleiben stehen, Gespräche verstummen. Nach ein paar bewussten Atemzügen, mit deren Hilfe man wieder zu sich und dem gegenwärtigen Augenblick zurückkommt, geht alles weiter.
Ebenso ungewohnt: die stillen Mahlzeiten. Man nimmt sich vom (köstlichen asiatischen veganen) Buffet, sucht sich einen Platz, wünscht den anderen mit einem Kopfnicken guten Appetit und genießt schweigend sein Essen. Nach 20 Minuten ein Glockenton und es kann leise gesprochen und nachgeholt werden.
Wenn man die erste Abwehr in sich überwunden hat („dann macht ja Essen gar keinen Spaß“ „Essen ist doch soziales Miteinander, das will ich doch im regen Austausch genießen!“ oder „jetzt übertreiben sie es – wo um Himmels willen soll ich denn hingucken!“) lernt man zu schätzen, dass es wirklich toll sein kann, mal ganz in Ruhe das Essen in seiner Geschmacksfülle zu genießen.
Schweigend zu essen kann in einer großen Menschengruppe ein Geschenk sein. Essen, ohne sich Gedanken über Smalltalk, Sympathien und Abneigungen zu machen. Essen kann ich mit jedem, ob wir uns verstehen oder nicht. Es ist nicht wichtig, neben wem ich sitze. Das entspannt.
Zweiter toller Effekt: es ist ruhig im Essraum. Kein Gerenne zum Buffet, kein Geklapper und nicht sechzig Leute, die laut durcheinander reden.
Haben sie schon mal einen Urlaub im All-Inclusive-Hotel verbracht? Dann wissen Sie, was ich meine... Und die Kinder? Glauben Sie es oder glauben sie es nicht – sie haben viel weniger Probleme damit als die Eltern. Selbst für die ganz Kleinen ist am zweiten Tag klar, wie es funktioniert und sie leben im Gegensatz zu uns noch viel mehr in der Gegenwart. Wenn sie essen, essen sie. Wenn es schmeckt, genießen sie. Und wenn alle um sie herum schweigen und in Ruhe essen, tun sie es ihnen gleich.
Kaum zu glauben, wenn man die kleinen, nie stillstehenden Plappermäulchen von zuhause kennt. Wir haben diese Sommertage zum zweiten Mal als sehr bereichernd für unser Familienzusammenleben erlebt. Ein „Sommerurlaub“, der nachwirkt – wir können ihn empfehlen!
Danimarie
Mülheimer Gespräche
Ausgabe 173 Okt.- Nov. 2010
Die Evangelische Kirchengemeinde Mülheim am Rhein lud am 16.September 2010 zu den Mülheimer Gesprächen ein.
Dies war die Auftaktveranstaltung dieser Gesprächsrunden und gleichzeitig knüpfte die Friedenskirche damit an eine Tradition an. Denn bereits in den 1970er Jahren gab es Mülheimer Gespräche.
Die Evangelische Kirchengemeinde Mülheim feiert dieses Jahr ihr
400-jähriges Jubiläum und so stehen auch die Mülheimer Gespräche unter diesem Motto. Dabei wird insbesondere der Blick auf den Stadtteil Mülheim gerichtet, der viele Facetten und Kontraste zu bieten hat und vor allem der ständigen Veränderungen und neuen städtischen Entwicklungen unterliegt. Dabei sei nicht zu vergessen, dass eben diese Veränderungen und Entwicklungen ohne den engagierten Einsatz von verschiedenen Initiativen und Bürger nicht möglich waren. Ludger Reiberg und Rainer Kippe gaben an diesem Abend einen Einblick in die Geschichte von Mülheim nach 1945.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Mülheim in Trümmern.
Alt-Mülheim war niedergebrannt. Viele Fabriken waren verschwunden. Lediglich die Häuserzeile aus dem 18.Jahrhundert im nördlichen Teil der Mülheimer Freiheit und an der Krahnenstraße erinnerte an den einstigen Charakter Mülheims.
Der Wiederaufbau Alt- Mülheims dauerte bis weit in die 1970er Jahre an. Allerdings werden historisch wertvolle Gebäude nur selten renoviert. So veränderte der Wiederbau nach dem Krieg das Stadtbild. Insbesondere in den 1970er Jahren wurden die kritischen Stimmen immer lauter.
Die Stadtsanierung als Abbruch- und Luxussanierung führte zur Vertreibung der angestammten Bevölkerung, während die Kahlschlagsanierung das Bild Mülheim unwiederbringlich zu zerstören drohte. Die Bürger setzten sich ein, gingen auf die Straßen, besetzten Häuser. Eindringlich erinnerte Rainer Kippe an die Keupstraße als Beispiel der städtischen Entwicklungen nach 1945 und als Beispiel bürgerlichen Engagements. Im 20. Jahrhundert gehörte die Keupstraße zu einer blühenden Geschäftsstraße. Hier fanden sich Fach- und Lebensmittelgeschäfte, Kneipen. Mit den stadtplanerischen Bestrebungen in den 70er Jahren Wohnen und Industrien voneinander zu trennen, kam der Wunsch auf, Wohnhäuser abzureißen. Im Frühjahr 1980 sollte die Sanierungspläne den Bürgern vorgestellt werden und bisher unbekannte Pläne zum Abriss der Keupstraße sickerten in die Öffentlichkeit. Zeitgleich wurde die Bestechlichkeit von drei SPD-Mitgliedern bekannt.
Als Protest wurden Flugblätter erstellt und Berichte im „Kölner Volksblatt“ titelten: „Wofür zahlte F & G Kölner SPD-Mitgliedern 290 000 DM?“
und als Begründung wurde die Zustimmung zum Abriss der Keupstraße genannt. Die Vorwürfe gegen die SPD-Mitglieder bestätigten sich, sie verloren ihre Ämter und die Keupstraße war gerettet, auch wenn offiziell der Zusammenhang mit dem Abriss der Straße nicht bestätigt wurde.
So war dies rund um ein informativer und spannender Abend, der zum Mitreden und Einmischen einlud. Dies fiel auch sehr einfach, denn nach den Vorträgen bot sich die Gelegenheit bei Brot und Wein mit seinen Nachbarn und den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Auch zeigt das Beispiel der Keupstraße, dass sich einmischen lohnt und ein Schritt zur Mitgestaltung seinen Stadtteils sein kann. Zum Mitreden und Fragenstellen lädt die Friedenskirche am 21.10.2010 um 19.30 Uhr erneut ein. Jürgen Roters wird Gast der Mülheimer Gespräche sein und kann Rede und Antwort stehen, wenn es um die derzeitigen Entwicklungen in Mülheim geht.
Doreen Röder
Ausgabe 172-Sept.- Okt.
Afganistan, warum wird da Gekämpft?
Samstag, 21.August, sendete, wie jeden Samstag um die Zeit, der WDR 5 „Hallo Ü- Wagen“, moderiert von Julietta Münch. An diesem Samstag ging es um die Frage
„Afghanistan, worum wird da gekämpft? Wie kommen wir wieder da raus??.“
Ich habe mir die Mühe gemacht, die Sendung als Podcast herunterzuladen, um für die Mülheimer Stimmen ein paar Informationen weiterzugeben, die mir bis jetzt nicht bekannt waren.
Zunächst ein paar Zahlen: Seit 9 Jahren ist die Bundeswehr mit den anderen Partnern des westlichen Bündnisses (ISAF) in Afghanistan im Einsatz. In dieser Zeit wurde für die militärische Strategie 500 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Davon ist Deutschland mit 40 Milliarden beteiligt. Für den Zivilen Aufbau, Schulen, Straßenbau. In Krankenhäuser wurden 30 Milliarden US- Dollar investiert, wobei man davon ausgehen muss, dass 50 % dieses Geldes im Dschungel der Korruption verschwunden sind.
150- Tausend Soldaten haben den Auftrag, für die Stabilität in einem Land mit 30 Millionen Einwohnern zu sorgen. Aber noch nie war die Lage am Hindukusch so unstabil, wie gegenwärtig. In den Jahren 2000 bis 2008 starben bei Kampfhandlungen 1000 Soldaten. Im Zeitraum der letzten 1 ½ Jahre kamen ebenfalls 1000 Soldaten ums Leben. Das bedeutet, dass in dem kleinen Zeitraum 2009 bis August 2010 sich die Zahl der gefallenen Soldaten verdoppelt hat. Unter den zivilen Opfern sind in der Regel Frauen und Kinder. Sie belaufen sich auf ca. 40 000 (Mülheim)
Während sich die Welt – zu Recht – aufregte über die Gräueltat an einer Frau, der Nase und Ohren auf gerichterlichen Beschluss abgeschnitten wurden, fiel eine amerikanische Rakete auf ein afghanisches Dorf. Drei Frauen kamen dabei ums Leben. Ihre Leichen waren nicht nur verunstaltet, sie waren zur Unkenntlichkeit atomatisiert…..“ Darüber wird nicht berichtet.
Durch die Aufbauhilfe der letzten 9 Jahre hat sich nicht viel geändert, sodass 80 % der Bevölkerung weiterhin Analphabeten sind. Die große Mehrheit des Volkes kämpft um das nackte Überleben, Eltern kämpfen um die nötigen Kalorien für ihre Kinder und dass sie einmal in der Woche Trinkwasser bekommen.
Wöchentlich werden 1000 Tonnen Alkoholika nach Afghanistan transportiert, „damit unsere Soldaten drei bis vier Monate dort halbwegs überleben.“
Warum dieser Einsatz?
Der damalige Bundeskanzler Schröder argumentierte in einer Bundestagsdebatte vor dem gesamten Plenum folgendermaßen : Man sei es aus Solidarität Washington (Bush) gegenüber schuldig. Die Erfolgsaussichten seien unklar „...aber was wäre unsere Solidarität wert, wenn wir sie von den Erfolgsaussichten abhängig machten“ Das heißt im Klartext, dass weder Regierung noch die Mehrheit des Bundestages damals wussten, was sie beschlossen hatten. Mit der Zeit wurden viele Ziele genannt. Mal Demokratisierung, mal Frauenbefreiung, mal Terrorbekämpfung. Mit den 9 Jahren Einsatz entstand so etwas wie eine Wunschliste zu Weihnachten, aber keine klare Zielbestimmung.
Von Struck, dem damaligen Verteidigungsminister durften wir es erfahren : Unsere Soldaten verteidigen unsere Sicherheit am Hindukusch. Nur bedachte er nicht, dass für das Afghanische Volk wie für die Taliban Deutschland ein weißer Fleck auf der Landkarte war. Deren Ziele galten Amerika und England. Mit dem Einsatz der Bundeswehr hat sich das geändert. Immer mehr heranwachsende junge Menschen reisen in die Terrorcamps, um sich für mögliche Terroranschläge in Deutschland ausbilden zu lassen. Um so mehr scheint das Argument bei den meisten Politikern zu wirken. „Wir verteidigen unsere Sicherheit am Hindukusch, denn in Afghanistan und in den Nachbarstaaten liegen erhebliche Militärpotentiale. Wir dürfen es nicht zulassen, dass ein völkerrechtlicher Freiraum entsteht, in dem den Falschen z.B. Atomwaffen in die Hände fallen.“ Eine vergleichbare, Argumentation, wie für den Irakkrieg.
Durch den Bericht der unabhängigen Beobachter wird ein anderes sehr düsteres Bild während der Sendung gezeichnet. Die Bundeswehr, die im Norden Afghanistans stationiert ist, hat auf die Durchsetzungskraft einer Gruppe gesetzt, die schon von den Amerikanern für den Transport der nötigen Lebensmittel u.a. sorgten. Es handelt sich um die sogenannte Warlord AG, die sich aus ethnischen Minderheitsgruppen rekrutiert und bekannt ist für ihr brutales Auftreten. Mit dieser Gruppierung verbündet sich die Bundeswehr mit Leuten, die nicht nur durch Opium reich werden, sondern auch durch Waffenhandel. Viele von ihnen sind Kriegsverbrecher und Massenmörder. Die Zusammenarbeit mit ihnen wird begründet, mit dem Fehlen anderer Partner. Als die Taliban 2001 von der Nord Allianz geschlagen wurden, wurde der Opiumanbau verboten.
Im Jahr 2001 gab es keinen Anbau mehr. Mit Eintreffen der Nato Truppen änderte sich das schleichend. 2002 konnten wieder 500 Tonnen Opium verzeichnet werden. Im Jahr 2008 2800 t, was 800 t Heroin ergibt.
Der Verbund mit der Warlord AG., die sich aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammensetzt, ändert mit der Zeit die Bundeswehr, die sich als Parlaments Armee verstehen sollte, mit der Zeit aber zu einer Armee der Aufstandsbekämpfung in einer ethnischen Auseinandersetzung wird. Weiter muss ein Bild geändert werden. „Es gilt nicht mehr, die Taliban auf der einen Seite als Feind zu sehen und auf der anderen Seite Karsai (Präsident) mit der ISAF , die die westlichen Ideale hochhalten. Karsei und mit ihm die Mehrheit des afghanischen Volkes sind Paschtunen. Aus der Volksgruppe der Paschtunen rekrutieren sich die Taliban. Die Zusammenarbeit der ISAF mit den Warlords war die grundlegend falsche Personalentscheidung. Als Reaktion darauf
verbündet sich Karsai mit erzkonservativen Paschtunen .“ Heute ist der Feind schon lange in Kabul und regiert an der Seite von Karsei. Es sind im weitesten und im engsten Sinn Fundamentalisten, was dazu führt, dass ein großer Anteil der Scharia, der islamischen Gesetzgebung wieder im Alltag Afghanistans verwurzelt wird.
Hätte man die 500 Milliarden US Dollar für den Aufbau des Landes, für eine gute Infrastruktur, ein korruptionsfreies Rechts und Sicherheitswesen, für eine breitangelegte Alphabetisierung und hygienische Versorgung verwendet, könnte in der Region ein stabiler Staat und wirtschaftlicher Partner für die westliche Welt entstehen. Doch ging es von Anfang an nicht um den Aufbau des Landes, sondern für unsere, für die europäische und amerikanische Sicherheit, die am Hindukusch verteidigt wird. Was immer wir darunter zu verstehen haben.
Brigitte Milhan
Dr. Reinhard Erös ehem. Oberarzt der Bundeswehr, Kinderhilfe Afghanistan Jürgen Hardt Verteidigungsausschuss der CDU , Deutscher Bundestag Dr. Jochen Hippler Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Entwicklung und Frieden (INEF) an der Universität Duisburg-Essen Marc Thörner Journalist (Hamburg)
(Ausgabe 168 April | Mai 2010)
Mu s i c Ta n z L e s u n g F r i e d e n s p a r t y
Sei dabei ~ Будьте там ~ Soyez y ~ Orada ol ~ Be there ~ Να είστε εκεί ~ Esteja lá ~ tev lî me bibê
Samstag, 24.0 4.2010 ab 18.00 Uhr Kulturbunker
Eintritt: 3,-€ (bis 16 Jahre frei)
In Mülheim leben Türken neben Kurden und Griechen, Palästinenser neben Israelis, Iren neben Engländern, Amerikaner neben Iranern, Kölner neben Düsseldorfern…wir wollen
zusammen feiern.
Zeigen wir, wie vielfältig und reich eine Gesellschaft sein kann, in der jeder friedlich seine Kultur leben kann!
Musik, Tanz und Lesebeiträge von Menschen aus ca. 20 Ländern dieser Erde, bilden das Programm der Friedensparty.
Sei auch du dabei und feiere mit!
Am FriedensARTen Fest sind neben den Music-Acts verschiedene Vereine und Gruppen, sowie Einzelpersonen beteiligt. Durch ihre Teilnahme, Beiträge und Organisationshilfe möchten sie zeigen, wie vielfältig und fruchtbar es ist, sich offen zu begegnen und die Unterschiedlichkeit der Menschen als Gewinn zu sehen.
Das Bühnenbild wird von den beiden Künstlern Barbara Wokurka www.barbara-wokurka.de und Malmime (Hasan Hüseyin Deveci) www.hhdeveci.de kreiert. Barbara Wokurka ist aktiv im Vorstand des Kulturbunkers. Der Kurdische Künstler Hasan Hüseyin Deveci hat u.a. im letzten Jahr im Rathaus Köln ausgestellt und war auf der Bienale in Venedig vertreten. Zusätzlich wird er auf dem FriedensARTen-Fest mit einem kreativen Informationsstand vertreten sein. Deveci ist Kunstredakteur bei der Zeitung Le Monde Diplomatique Kurdi, die er ebenfalls hier präsentieren wird.
Twisted Sisters–Mitternachtsport–Tanz für Mädchen & junge Frauen
Das Tanzangebot ist eines von 17 gewaltpräventiven Projekten der Sportjugend Köln, die eingeführt wurden, um der Kriminalität in Kölns Brennpunkten entgegen zu wirken. Die künstlerische und
choreographische Zusammenarbeit der beiden unterschiedlichen Tanzleiterinnen schafft eine variantenreiche Palette an Tänzen und Tanzstilen, die für jedes Mädchen etwas zu bieten hat.
Leitung: Liliana Gnap & Ti-Fanny Trat Quan
Betreuung: Claudia Gehrke (Pädagogin)
Training: Mi & Fr: 18.45 – 20.15 Uhr
Ballett & Jazz-Dance Studio Kolarova-de Lange, Wallstr. 143
Kontakt: liliana.gnap@web.de
M.I.X.–Music International against Xenophobia–Projekt Station Babylon 2009
Im Zusammenhang mit dem Projekt zur NS-Geschichte Station Babylon 2009 hat sich eine Schülerband der Hauptschule Rendsburger Platz zusammengetan und den Song „When“ geschrieben.
Die Schüler präsentieren dieses Lied in verschiedenen Sprachen. Er soll ein Lichtblick in hoffnungslosen Situationen in allen Krisen- und Kriegsgebieten dieser Erde sein. Im Zuge des Projektes
Station Babylon 2009 besuchten und untersuchten Schüler drei Stationen, an denen während der NS-Diktatur in Mülheim Unrecht begangen wurde.
Projektleitung: Harald Müller – Kran51 e.V.
Kontakt: stationbabylon2009@gmail.com
Multikulturelle Frauengruppe des Kinderschutzbundes Köln e.V.
Frauen verschiedener Altersgruppen und unterschiedlicher Herkunft treffen sich ein Mal wöchentlich zu einem
gemischten Bewegungsangebot und anschließendem Gesprächskreis zu aktuellen Themen. Sie sind Multikulti und Freundinnen. Willkommen ist jede, die gern neue Freundinnen kennen lernen und
internationale Kontakte pflegen möchte. „Wir kommen aus Deutschland, Kroatien, Montenegro, Italien, Türkei, Mali, Marokko, Eritrea, Polen, Iran, Kanada.... und woher kommst Du?“
KALKER TREFF, Rolshoverstrasse 7-9, 51105 Köln - Kalk
Gruppentreffen : jeden Mittwoch um 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr
Kontakt : Davorka Schleiff Tel. mobil : 0178 833 24 83
E-Mail: davorka.schleiff@yahoo.de
Kulturbunker Mülheim
Ziel des Kulturbunker Köln-Mülheim e.V. ist die Förderung der Kunst und Kultur in Mülheim, um somit die Begegnung von Menschen aller sozialer Schichten, Nationalitäten und Altersgruppen zu
ermöglichen. Der Kulturbunker ist aufgrund seiner vielfältigen Räume und deren Nutzungsmöglichkeiten in seiner Multifunktionalität einzigartig für Mülheim und Umgebung. In zentraler Lage wird ein
kulturelles Angebot unterschiedlichster Art und für unterschiedlichste Zielgruppen geboten. Der Kulturbunker vermietet Räumlichkeiten für Partys und Konzerte aller Art, sowie Ausstellungen,
Theateraufführungen, Lesungen, Seminare etc. sowie Treffen ortsansässiger Vereine und Initiativen.
www.kulturbunker-muelheim.de
Art Platform for a World Peace
Dieses Friedensforum wurde von der kurdischen HipHop Sängerin Dezz Deniz gegründet. Hieran können Künstler und Schriftsteller teilnehmen. Mittels der Kunst können wir Menschen und Regimen
mitteilen, dass wir gegen Kriege sind und für bessere Lebensumstände stehen. Für Frieden, Freude, Freiheit und Brüderlichkeit. Dabei kommen Künstler zusammen und singen, malen, tanzen, schreiben
usw. Sie geben den Ländern in denen Krieg und Elend herrscht eine Stimme. Dies geschieht durch Konzerte, Konferenzen und Meetings. www.hunermedya.com
Begegnung der Kulturen hat die Absicht den Dialog zwischen den Kulturen zu erleichtern und anzuregen, gegen die Diskriminierung und die Gewalt zu kämpfen und ihren Vorschlag in
alle Welt zu bringen. Begegnung der Kulturen ist eine Organisation mit globalem Charakter. In diesem Sinne fühlen sich ihre Mitglieder, unabhängig von dem Ort, an dem sie handeln, als Teil von
ein und demselben globalen humanisierenden Handeln, das sich auf unterschiedliche Weise ausdrückt, aber dennoch übereinstimmend ist.
www.begegnungderkulturen.de
Forum Cologne / Köln-InSight.TV / lebeART e.V. ist ein Magazin für Köln und die einzelnen Stadtteile. Es bietet eine Plattform für Kunst- und Kulturschaffende, Vereine, Initiativen und
Einzelpersonen, die sich bereichernd in die Gesellschaft einbringen. Das Forum bietet Raum für Information, Präsentation, Unterhaltung und Diskussion, Radio, Musik sowie
Video. Die Nutzung ist kostenlos. Die Projekte sind unabhängig von politischen, religiösen und ideologischen Parteien und Gruppierungen.
Forum-Cologne ist ein Projekt von lebeART e.V. weitere Projekte von lebeART e.V. sind: Köln-InSight.TV, Galerie-Graf-Adolf, MegaHerz
Informationen: www.lebeart.de - www.forum-cologne.de
Mülheimer Stimmen wird ehrenamtlich von Nachbarn für Nachbarn gemacht.
Die Verantwortlichen der Zeitung sind Mitglieder der “Humanistischen Bewegung”. Die Zeitung finanziert sich durch die Anzeigen von Geschäftsleuten aus dem Stadtviertel, die damit einen großen
Beitrag zur Realisierung dieser Zeitung geben. Die Zeitung steht allen Nachbarn aus dem Stadtviertel zur Verfügung, um darin ihre Meinung, ihre Kritik, ihre Anekdoten zu veröffentlichen.
Die einzige Einschränkung, die wir machen, ist die, keine Texte mit Inhalt die zu Intoleranz oder Gewalt auffordern, zu veröffentlichen!
Interkulturelles Zentrum Atlant e.V.
Das Grundziel des Integrationszentrums „Atlant“ ist eine positive Plattform aufzubauen, um das gegenseitige Einvernehmen zwischen
Leuten verschiedener Sprache, verschiedenen Glaubens und verschiedener Gewohnheiten zu fördern. Indem wir unsere Bemühungen vereinen, streben wir geduldig danach, unsere Gegenwart gutmütiger,
friedvoller und besser zu machen. Das Integrationszentrum „Atlant“ öffnete sich im Jahre 2004.
Clevischer Ring 93, 51063 Köln www.atlant-koeln.de
Alexander Meyen
Der in Köln lebende studierte Jazzmusiker Alexander Meyen ist in verschiedenen Musikalischen Projekten aktiv.
Es spielt vorzugsweise Violine und beherrscht das Instrument virtuos und experimentell. Zusätzlich ist Alexander Meyen ausgebildeter Yogalehrer und unterrichtet in Köln-Mülheim und Kalk.
Informationen: www.violalex.de / www.yogalex.de
Kontakt: alexandermeyen@yahoo.de
Tel.: 0221-9851984
Weitere Informationen: Interview mit Alexander Meyen
Monika Seyhan – Blauäugig - lernte als junge Frau ihren Ehemann kennen. Er ist Türke, sie Deutsche. Sie haben ihre Unterschiedlichkeit als Bereicherung und Chance erlebt. Glücklicher Weise schrieb sie ihre Erlebnisse in ihrem Roman "Blauäugig" nieder. Die Motivation zu dieser Geschichte basiert auf den Erlebnissen der vierzigjährigen Beziehung mit einem Türken. Immer wieder gestellte Fragen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis zeigten, wie aktuell das Thema und wie groß das Interesse an dieser Konstellation ist.
Music Acts:
Ofer Golany und Alexander Meyen
Dezz Deniz
Patti Stucki
Mr.Shirazy
Moderation: Lilli B.
Homosexual_by_Skizofrenia7
Lesben im Alltag
Lieben und lieben lassen!
Kennt das jemand? Zum Beispiel werdet als Frau auf der Arbeit nach der Tätigkeit eures Partners gefragt. Daraufhin erzählt ihr , dass eure Frau zur Zeit eine Ausbildung macht. Dadurch wird dem
Gegenüber schnell klar, dass ihr in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt und zudem auch noch verheiratet seid. Als Reaktion erntet ihr daraufhin verdutzte und irritierte Blicke?
Ich selbst machte diese Erfahrung immer wieder in den letzten Wochen und Monaten auf meiner Arbeitsstelle. Daraufhin bekam ich oft genug einerseits zu hören: „ Oh, das hätte ich jetzt nicht gedacht!", oder „Mhmm, hattest Du den überhaupt schon den richtigen Mann an deiner Seite ? " Leider auch nicht unüblich ist, dass männliche Interessierte oft als nächstes die Frage stellten, ob sie denn nicht mal bei unserem Sex zu gucken dürften.
Wo ist denn da bitte schön die Grenze?
Das Ganze geht dann privat genauso weiter: In der Bahn wird man beschimpft, angeekelt beobachtet oder sogar verprügelt. Obwohl es doch eigentlich heißt, dass die Gesellschaft toleranter geworden
ist...
Anett-Jasmin
Die fünfte Jahreszeit
Historie
Schon die Römer feierten Karneval in Köln, da die alte Römerstadt CCAA als römische Colonia (= Stadt römischen Rechts) auch das Recht hatte, die gleichen Feste zu feiern wie Rom. Mit der
Verbreitung des Christentums im römischen Imperium ab dem Mailänder Toleranzedikt unter Kaiser Konstantin (313) wurden die heidnischen Bräuche aus dem Karnevalstreiben entfernt und das Fest an
das Kirchenjahr angepaßt. Karnevalssonntag ist jeweils der siebte Sonntag vor Ostern. Im Mittelalter und damit auch im mittelalterlichen Köln wurde Karneval durch die jeweils bestimmenden
Schichten der Gesellschaft geprägt. 1823 wurde der Kölner Karneval reformiert und erhielt seine heutige Form, wohl ausgelöst durch die Zuordnung Kölns zu Preußen (Wiener Kongress 1815) und um
einem Verbot durch die eher karnevalsfeindlichen Preußen zuvorzukommen.
1823 wurde er dann „geordnet" - zumindest der offizielle Karneval - :
1823-Gründung des Festordnungskomitees, heute Festkomitee des Kölner Karnevals und ersten Rosenmontagszug
1823-Gründung der ältesten Kölner Karnevals Gesellschaft ,, Die Großen von 1823,,
1823-Gründung der ,,roten Funken,, ältestes Kölner Korps
1823-erster Rosenmontagszugs mit dem Held Karnevals ab 1872 Prinz Karneval genannt
1827-erste Büttenreden
1870-Gründung der blauen Funken
1872-Proklamation des ersten Prinz Karnevals
1902-Gründung der Ehrengarde
1906-Gründung der Prinzengarde
Überblick
Karneval - oder Fastelovend/Fasteleer, wie man hier sagt (Vorsicht: Fasching nennen die Kölner ihren Karneval nicht!), - und Köln ... das gehört zusammen. Den Kölnern liegt der Karneval im Blut,
ist quasi genetisch. Und neben dem organisierten Karneval (mit Karnevalsgesellschaften, Sitzungen, Bällen und den Umzügen) gibt es vor allem den ursprünglichen Karneval in den Kölner Brauhäusern,
in urigen Kneipen und in Diskotheken sowie ab Weiberfastnacht (Donnerstag vor Karneval) bis zum Karnevals- Dienstag auf der Straße. Bei Sitzungen, Bällen und an den "tollen Tagen" ist fast jeder
mehr oder weniger originell kostümiert. Und am Aschermittwoch ist dann alles vorbei. Im Rosenmontagszug 2009 wurde der Kölner Karneval an einer Stelle wie folgt erklärt: "Karneval es, wenn sich
Himmel un Ähd bützen" (Karneval ist, wenn sich Himmel und Erde küssen).
Die Karnevalssession wird jeweils am 11.11. um 11.11 Uhr am Alter Markt bzw. seit 2004 am Heumarkt in der Kölner Altstadt mit einer Veranstaltung im Freien eröffnet; dabei wird auch das neue Dreigestirn (Prinz, Bauer und Jungfrau) vorgestellt. Nach Neujahr beginnt dann die „5. Jahreszeit" mit dem Höhepunkt am Rosenmontag, dem in Köln „Zoch" genannten Rosenmontagszug. Die Session endet am Aschermittwoch. Allerdings gehen in den letzten Jahren immer mehr Altstadtwirte dazu über, auch schon vor der Session und teilweise sogar während und in Nähe der Weihnachtsmärkte ihre Gäste mit Karnevalsmusik auf die "tollen Tage" einzustimmen, wohl nicht zuletzt deshalb, weil Karneval für die Gastronomie wie für viele andere Branchen und auch für die Stadt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Magnet für Touristen geworden ist. Manche Bürger bedauern diese Entwicklung ebenso wie so manche Alkoholekzesse vor allem junger Karnevalsjecke. Dieses Problem ist aber inzwischen beim offiziellen Karneval erkannt worden.
Die Dauer der Session hängt vom Kalender ab, da - wie schon erwähnt - der Karnevalssonntag jeweils der siebte Sonntag vor Ostern ist. Sie steht immer unter einem Motto: z. B. 2004 "Laach doch ens, et weed widder wäde" (Lach doch mal, es wird wieder gut werden), 2008 "Jeschenke för Kölle - uns Kulturkamelle" oder 2009 "Unser Fastelovend - himmlich jeck". Zug- Motto 2010 "In Kölle jebützt" (In Köln geküßt). Im organisierten Teil des Karnevals gibt es ca. 160 Korps, Karnevals-Gesellschaften und -Vereine und in der Session ca. 500 Sitzungen und Bälle.
Ein - nicht allzu ernst zu nehmende - Motto eines eingefleischten (männlichen) Kölners könnte frei nach Sokrates lauten:
"Für 3 Dinge danke ich dem Schicksal. Erstens, dass ich ein Mensch bin und kein Tier. Zweitens, dass ich ein Mann bin und kein Weib. Drittens, dass ich ein Helene (= Kölner) bin und kein Barbar
(= Düsseldorfer)." (Sokrates, griechischer Philosoph, 3. Jhdt. v. Chr.)
Wenn man Besuchern Kölns Hinweise geben will, wo sich Karneval hier am besten feiern lässt, so ist das kaum zu beantworten. Karneval kann man an den tollen Tagen in Köln auf der Straße und
zentralen Plätzen in der Altstadt, in den großen Brauhäusern der Innenstadt (wie Früh, Sion, Päffgen, Malzmühle, Peters), in fast jeder Kneipe im Zentrum und in den Stadtvierteln, in Clubs und
Discos, einfach überall feiern. Der Rat an die Gäste in der Stadt: einfach mitmachen, auch wenn Nicht-Kölner die meist auf Kölsch gesungenen Karnevalslieder sicher nicht verstehen und nur bedingt
mitsingen können. Das "Viva Colonia" der Höhner ist allerdings mittlerweile bundesweit bekannt. Kölsch trinken kann hingegen jeder. Der Zugereiste sollte bedenken, dass Köln zu Karnevalszeiten
aus allen Nähten platzt und sich bis doppelt so viel Menschen hier aufhalten als sonst (Köln hat ca. 1 Million Einwohner und über 1 Million Besucher beim "Zoch"!).
Aber wo auch immer und ob Kölner oder Besucher, wir das Mülheimer Stimmen Team wünschen allen Jecken eine närrische fünfte Jahreszeit !!!
Kai Eberhardt
(Ausgabe Dezember 2009 / Januar 2010 Nr. 165)
Eine andere Weihnachtsgeschichte
Ich schaute in`s Milanos, eine lange, schmale Altmännerkneipe. Da war ich noch nie drin gewesen. Vier Männer saßen an der Bar, und soweit ich sah, war nichts geschmückt, keine Kränze, nichts. Ich öffnete die Tür, trat in die Wärme und ließ die Tür hinter mir zufallen. Als ich mich auf einen Hocker am Ende der Theke setzte, schaute keiner auf. Die Männer waren nicht zusammen, sondern saßen im Abstand von ein, zwei Hockern da, starrten in ihre Gläser und pulten geistesabwesend das Etikett von der Flasche. Alle hatten eine schweren Mantel an, alle einen Hut auf, alle waren mindestens doppelt so alt wie ich. Die zermürbte Verlebtheit ihrer Gesichter sagte mir, dass dies nicht der erste Heilig Abend war, den sie hier verbrachten. Ich bestellte mir einen Wild Turkey, bezahlte, steckte mir eine Zigarette an und kauerte mich wie die anderen über mein Glas. Ich kippte den Whiskey und bestellte noch einen. Im weiteren Verlauf des Abend stellte ich auf Bier um. Die beiden Whiskey hatte ich gebraucht, um in Gang zu kommen. Einer meiner Genossen ging zur Jukebox. Ich fürchtete schon, er werde „Blue Christmas“, Merry Christman, Baby“ oder so was drücken. Wenn er das tat, würde ich gehen müssen. Aber einige Sekunden später ertönte Synatra mit „I`m Not Afraid“. Ich habe es Sinatra nie abgenommen, wenn er das sang, aber das wurde wohl auch nicht von mir erwartet. Das Lied brachte mich zum ersten Mal seit Monaten zum Lächeln. Verdammt, wir alle, wir fünf, die wir hier saßen, hatten Angst, aber wir hätten es nie zugegeben. Obwohl wir kein Wort miteinander wechselten – keiner sagte ein Wort, es sei denn der Barkeeper , gingen wir abwechselnd zur Jukebox und drückten noch einen Satz Sinatra, Tony Bennet oder wieder Sinatra. Und obwohl keiner etwas sagte, wurde jedes neue Lied mit stummer Zuneigung begrüßt, indem ein Finger gegen die Flasche tippte oder ein Kopf im Takt mitwippte. Neue Gäste blieben nicht lange. Vielleicht gingen sie so schnell, weil eine Party auf sie wartete. Ich aber stellte mir lieber vor, dass sie von der vereinten psychischen Kraft fünf alter Männer vertrieben wurden,die an diesem freudenreichsten aller Feiertage nicht belästigt werden wollten. Tatsächlich umgab uns eine Wärme, eine unausgesprochene Kameradschaft. Wir wussten alle, was gespielt wurde, und wir wussten, dass wir haushoch verloren hatten. Wir waren ausgeschlossen, doch das war egal. Wir hatten unser Bier, unseren Whiskey, unsere Kippen. Und während der Rest der Welt behaglich im Kreis der Familie oder Freunden aufgehoben war und in einem billigen Versuch, in die menschliche Seele vorzudringen, in Festagslaune Geschenke austauschte, hatten wir fünf gefunden, was wir brauchten. Auf dem Weg zur Toilette hörte ich, dass jemand auf der Jukebox „Cycles“ gedrückt hatte, wohl zum sechsten Mal am Abend. „So I`m down, and so I`m out, but so are many other.....But I keep my head up high, .......Draußen knöpfte ich meinen Mantel zu, stolperte hinaus in den Horror, Heiligabend in New York, und ließ die vier Männer an der Bar zurück. Ich hatte soeben einen der ehrlichsten und bewegendsten Weihnachtsabende erlebt, solange ich zurückdenken konnte. Aus Blindfisch von Jim Knipfel aus der Brigitte Edition erlesen von Elke Heidenreich. Ich wünsche Ihnen, wie auch immer sie es anstellen, ein ehrliches und bewegendes Weihnachtsfest
Bis die Tage Johanna
WENN POLIZEI UND FEUERWEHR SICH NICHT ZUSTÄNDIG FÜHLEN!
In der Nacht vom 19 auf den 20 November erlebte ich etwas Unglaubliches. Gegen 00.30 Uhr wurde ich durch ein Rufen, dass aus dem Treppenhaus kam, aus dem Schlaf gerissen. Einen Moment später hörte ich es wieder. „Margret hilf mir doch“. Leise öffnete ich die Tür und schaltete das Licht ein. Im Flur lag eine ältere Frau von ca. 80-90 Jahren auf dem Boden. Sie muss wohl schon länger als eine halbe Stunde dort gelegen haben. Ich versuchte ihr hoch zu helfen, offensichtlich hatte sie starke Schmerzen. Sie stützte sich auf mich und sagte mir, dass sie zur Toilette gehen wollte, bevor sie sich ausgesperrt hatte. Die Frau schien deutlich vernachlässigt zu sein und beharrte darauf, dass eine Freundin, die bei ihr schlief, die Tür nicht öffnete. Ich klopfte mehre male an die Tür. Nichts regte sich. Eine andere Nachbarin ca. Mitte sechzig rief durch das Treppenhaus, ob etwas passiert sei. Sie kam zu mir und half mir die Frau auf die Treppe zu setzen, obwohl sie selbst bewegungseingeschränkt ist. Andere Nachbarn öffneten kurz die Tür, schlossen sie jedoch sofort als ich sie um Hilfe bitten wollte. Mit dem Handy rief ich dann bei der Polizei und danach bei der Feuerwehr an und schilderte die Situation. Beide Stellen sagten, sie könnten mir nicht helfen und ich sollte doch einen Schlüsseldienst beauftragen die Tür zu öffnen. Ich versuchte vergeblich die Dringlichkeit der Situation deutlich zu machen, während die alte Dame immer noch auf der Treppe saß. Schließlich rief ich eine Freundin an, die ehemals bei einem mobilen Pflegedienst in Mülheim gearbeitet hat. Glücklicherweise kannte sie die Dame und konnte mir einige Informationen mitteilen. Schließlich rief ich in der Zentrale des Dienstes an, der mir einen Rückruf zusicherte, der eine viertel Stunde später erfolgte. Mir wurde mitgeteilt, dass eine Betreuerin in circa 30-40 Minuten eintreffen wird. Kurz vor Zwei traf die Kollegin mit dem Wohnungsschlüssel ein und versuchte die Tür zu öffnen. Leider blieb es nur bei dem Versuch, da die ältere Dame den Schlüs- WENN POLIZEI UND FEUERWEHR SICH NICHT ZUSTÄNDIG FÜHLEN! sel von innen stecken gelassen hatte. Die Betreuerin war deutlich genervt, sehr gereizt und machte der hilflosen Dame Vorwürfe. Dann wandte sie sich an mich, ob die Dame bei mir schlafen könnte, damit sie nicht auf weitere Hilfe warten muss. Des weitern wies sie mich an, einen Schlüsseldienst anzurufen, da sie kein Guthaben auf ihrem Handy hätte. Darauf hin rief ich der Reihe nach jeden Schlüsseldienst im Telefonbuch an. Die, die ich erreichen konnte, wollten direkt nach dem öffnen der Tür Bar bezahlt werden, was unmöglich war, da keine von uns drei Beteiligten das Geld hätte aufbringen können. Darauf hin rief ich erneut bei der Feuerwehr und der Polizei an. Diese blieben bei Ihrem Standpunk: „Irgendeinen Schlüsseldienst werden Sie schon noch finden. Wir können ihnen da nicht weiterhelfen.“ Während der gesamten Zeit war die Betreuerin nicht um das Wohlergehen der alten Dame bemüht, obwohl es ihr deutlich schlecht ging. Sie sagte, dass sie nur kurz zur Zentrale fahren würde, um nachzusehen ob es nähere Verwandte gibt, bei denen die Dame unterkommen könnte. Nun stand ich wieder da, ohne zu wissen ob die Betreuerin Wort halten würde und wie man der Dame helfen könnte. 20 Minuten später kam sie wieder und meinte, die Zentrale habe einen Schlüsseldienst beauftragt und dass sie bei der Dame bleiben würde. Also ging ich zu Bett und reichte einen Tag später bei der örtlichen Polizei Beschwerde gegen den Notruf der Polizei und Feuerwehr, die in dieser Nacht Dienst hatten, wegen unterlassener Hilfeleistung, ein. Mir ist klar, dass diese Aktion keine grundlegenden Änderungen bewirken wird, dennoch bin ich der Ansicht, dass das Verhalten des Notdienstes grob fahrlässig war. Außerdem frage ich mich, warum die Hilfsbedürftigkeit anderer Mitmenschen von ihren Mitmenschen außer Acht gelassen werden, und Werte wie Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft scheinbar vergessen werden. Lind G. (21) aus Köln-Mülheim
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