Gedichte,

Ausgabe 174 (Nov.-Dez.2010)

                                Altweibersommmer

 

              Jetzt sind wir mittendrin, im so genannten

                               Altweibersommer.

   Öffne ich in dieser Jahreszeit Fenster oder Türen, sehe 

   ich oft vor mir ein kunstvoll gesponnenes Netz voller

   Tautropfen, die wie Perlen auf den zarten Fädchen des

                            Spinnennetzes glitzern.

   Die Hitze des Sommers hat uns verlassen, die kühleren

       Nächte versprechen einen angenehmeren Schlaf.

               Die immer später aufgehende Sonne

                           hat ihr Gold verstärkt.

   Beim Waldspaziergang umgeben uns gefallene Blätter

               in allen grün-rot-gelben Farbnuancen.

                   Modriger Duft steigt in die Nase.

     Pilze stehen wie neugierige Wichtel zwischen Laub

          und Moos. Ein Teppich von Kiefernadeln,

                                  Eicheln und

                    Kastanien zieren unseren Weg.

     Zuweilen vergisst ein Eichhörnchen seine Scheu.

           Im Garten ist der Tisch reich gedeckt mit

                             Obst und Gemüse.

          Zu keiner anderen Zeit gibt es diese Vielfalt.

                 Was schließe ich aus dem Namen

                          “Altweibersommer”?

                    Man hat an die Frauen gedacht,

                     die wir all diese Eigenschaften

                     der Jahreszeit in uns vereinen.

 

Gisela Geuer

                   Ein großes Netz

 

                 Gespannt in Mülheim

          Vielseitige bunte Verbindungsfäden

     Zwischen interessierten älteren Menschen

 Fröhliche Gemeinsamkeit bei Tanz, bei Essen und

                            Trinken

          Beim Lesen, Zuhören, Schreiben.

                  Ein Netz zur Lebenshilfe

 

Ruth Moser